Pressetext

VILA MADALENA
„me deixa em paz! los mi auglahnt!“

brasilianischer Choro trifft auf Jazz und verschmilzt mit
Takten aus Wien

Nach dem vielbeachteten Vorgängerwerk „twentytwo fingers“  tastet sich das Duo Vila Madalena nun in seinem neuen Programm mit Virtuosität und grenzenloser Interpretationsfreude an den brasilianischen Choro heran.
Mit dem Album „me deixa em paz! los mi auglahnt!“ stellen die beiden Herren dabei wieder einmal mehr als eindrucksvoll unter Beweis, dass sie die Fähigkeit besitzen, mit fundiertem musikalischen Wissen und ebensolcher Phantasie eine spannende Fusion zwischen den Genres herzustellen und dabei dem so Entstehenden, eine ganz persönliche, eigenständige Note zu verleihen.

Abwechslungsreich, teilweise sehr jazzig arrangierte Nummern machen dieses Album damit zu einem Klangerlebnis, das sich den Begriff Cross-over verdient auf die Fahnen heften kann.

Franz Oberthaler (Klarinette, Saxophon) und Nikola Zaric (Akkordeon) schlagen eine melodienreiche Brücke zwischen Brasilien und Mitteleuropa, haben dabei sichtlich Freude an den rhythmischen Eigenheiten und bringen das so Pointierte gleichermaßen wieder verspielt zu einem gemeinsamen musikalischen Ganzen zurück.

Ausgehend von den temporeichen Rhythmen und sambatypischen Phrasierungen des brasilianischen Choro tauchen VILA MADALENA spielend in die Tiefen des Jazz und dann wieder in die einmalige Welt des Wienerischen ein. Sie adaptieren die großartige Musik von Komponisten wie Luiz Americano oder Waldir Azevedo auf ihre ganz eigene Art u Weise, indem sie einerseits feurige Arrangements und Improvisationen im madalenischen Stil hinzufügen und andererseits geniale Kompositionen wie z.B. Lamentos von Pixinguinha zu einem Wienerlied mit urwienerischem Text umfunktionieren. Und da die beiden neugierigen Instrumentalisten die Herausforderung lieben und über dies sehr gut bei Stimme sind, geben sie hier auch ihr Debut als „Wiener-Choro-Sänger“.

Die ursprüngliche Bedeutung von Choro "Klagen" wird im Fall von Vila Madalena sowohl im wörtlichen als auch musikalischen Sinn ins wienerische "Raunzen" übersetzt. Textlich werden die zwei Herren dabei von den beiden Wienerlied-Musikern Bernhard Ehrenfellner („Los mi auglahnt“) und Martin Spengler („Musikantenblues“) bestärkt.
Dem nicht genug, hält dann auch das Ungarische Einzug, und zwar in Gestalt der wunderbaren Sängerin Anna Laszlo, mit der das Duo eine langjährige Zusammenarbeit verbindet. Und so kommt es in „Tarkabarka“ zu einem, in halsbrecherischem Tempo vorgetragenen, ungarischen Zungenbrecher-Choro, der Seinesgleichen sucht.

Sanfter hingegen geht es bei den brasilianischen Klängen in „Carinhoso“ und „Pedacinhos do Céu“ zu, bei deren Darbietung die beiden Musiker von dem bekannten Wiener Mundharmonika Spieler Bertl Mayer unterstützt werden.

Überhaupt überträgt sich die spürbar freundschaftliche Verbundenheit des Duos mit seinen Gästen in gleicher Weise auf die Zuhörer. So gesehen lassen die beiden ihr Publikum bestimmt nicht „auglahnt“ Im Gegenteil: sie laden es ein, sich auf eine musikalische Reise einzulassen, sich den (möglicherweise) ungewohnten Rhythmen des Choro hinzugeben, um dann und wann völlig unvermittelt wieder einem vertrauten Wiener Takt zu lauschen.

Musikalische Fusion in Reinkultur!

Vila Madalena:
Franz Oberthaler (Klarinette, Saxophon, Gesang)
Nikola Zaric (Akkordeon, Gesang)

Gäste:
Anna E. Lazlo (Vocals)
Bertl Mayer (Mundharmonika)
Bernhard Ehrenfellner (Vocals, Lyrics)
Martin Spengler (Lyrics)


Vila Madalena –
twentytwo fingers

Zusammengefunden haben die beiden Musiker von Vila Madalena bereits im Herbst 2011 bei einer dieser typischen, rauschenden serbischen Hochzeitsfeiern. Der junge, durch sein kunstvolles und energetisches Spiel auffallende, serbische Akkordeonist Nikola Zarić fand in dem versierten und vielseitigen Klarinettisten Franz Oberthaler einen kongenialen Partner, der für seine abwechslungsreiche Kompositionen und sein facettenreiches Spiel bekannt ist. Ganz nach dem Vorbild des berühmten brasilianischen Künstlerviertels Vila Madalena ist die Musik dieses Ensembles ein Schmelztiegel unterschiedlichster musikalischer Einflüsse. Kraftvolle, mit Virtuosität gespielte Melodien wechseln sich ab mit zarten, beinahe kammermusikalisch anmutenden Klängen. Rhythmik und Harmonik schöpfen Kraft aus der unendlichen Vielfalt verschiedenster Länder. Seien es die unverwechselbaren Rhythmen des Balkan vermischt mit den warmherzigen Klängen Südamerikas oder eine Kombination aus Flamenco und Jiddischer Musik, gewürzt mit einer Prise Jazz.

Die erste CD des außergewöhnlichen Duos ist im Herbst 2014 erschienenund wurde in der Sargfabrik in Wien präsentiert. „twentytwo fingers“ ist eine Sammlung von leidenschaftlichen, virtuosen Melodien, die den Zuhörer sofort in den Bann ziehen. Vom ersten Ton an merkt man, dass sich hier zwei Vollblutmusiker mit fundiertem musikalischem Hintergrund gefunden haben. Die anspruchsvollen Kompositionen – zum größten Teil aus der Feder der beiden Musiker - überraschen immer wieder. So etwa, wenn sich in dem tangoartigen Stück mit dem klingenden Namen „TAN–GEN-TO“ völlig unerwartet ein kurzer Wiener Walzer einschleicht, um dann augenblicklich wieder in den heißblütigen Rhythmus des ursprünglichen Tangos zurückzufinden. Oder wenn der unbeschwerte Tanz der schönen Mädchen in „Makedonsko Djevoice“ plötzlich von einer feurigen Jazzimprovisation der Klarinette unterbrochen wird und damit den Zuhörer für einen Moment schier aus der Fassung zu bringen vermag. Der stilistischen Universalität des noch sehr jungen und hochtalentierten Nikola Zarić wird auf dem ganzen Album ebenso Rechnung getragen wie der Versiertheit und musikalischen Tiefgründigkeit von Franz Oberthaler.
Alles in allem verströmt „twentytwo fingers“ ein Gefühl purer Lebensfreude, erweckt die unbändige Lust, zu tanzen und der Leichtigkeit dabei die Hand zu reichen. Aber Achtung! Bei falscher Dosierung – Suchtgefahr!

Ein wirklich starkes erstes Lebenszeichen von Vila Madalena!